Moschea Centrale di Pristina

TAMBURELLI, PIER PAOLO;
2013

Seit dem Kosovokrieg 1998/99 nimmt die Bedeutung der Religion in der kosovarischen Gesellschaft, die zuvor säkular und sozialistisch geprägt war, kontinuierlich zu. Im Sinne des nation building dient Religion nicht selten zur Artikulation der kulturellen Identität des neuen Staates. Dies hat nicht nur die Nachfrage nach Moscheebauten beflügelt, sondern in diesem Kontext wird auch der architektonischen Geste eine große symbolische Bedeutung beigemessen. Im Bewusstsein der Fallstricke dieses Repräsentationsbedürfnisses entwerfen die Architekten in der Hauptstadt des Kosovo einen „turbomonumentalen“ Bau, der präzise historische Bezüge vermittelt und zugleich einen radikal neuen Typus des islamischen Sakralbaus darstellt. Auf formaler Ebene setzen sie der fragmentierten, rohen und dramatischen Komplexität der Stadt ein Denkmal, ohne sie harmonisieren oder verbessern zu wollen. …
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